Was jedoch ist individuell an einem Kind? Wie erkenne ich dies und was mache ich damit?
Solange ich als Lerperson alles in meinem Unterrichtsalltag bestimme und kontrolliere, werde ich nie zu sehen bekommen, was individuell ist an einem Kind. Ich werde allenfalls zu sehen oder zu spüren bekommen, wenn da etwas Individuelles ist, was nicht leben darf und sich seinen Ausweg sucht: Kinder, die sich gerne bewegen würden und unruhig auf ihrem Stuhl hin und her schauckeln, Kinder, die ein Flair für Blumen und Pflanzen hätten, Mathematik aber nur schwer begreiffen, Kinder, welche auditiv begabt und sensibel sind und deshalb nicht nur der Stimme des Lehrers, sondern auch quitschenden Reifen auf der Strasse zuhören.
Wenn ich als Lerperson in meiner Schulklasse individualisieren möchte, kann ich dies auf ganz unterschiedliche Weisen tun:
- Ich als Lehrperson gebe die Massnahmen des Individualisierens vor: Wer erhält leichtere/schwerere, mehr/ weniger Aufgaben.
- Ich kreiere Zeiten, an denen Kinder selber eine Aktivität wählen und ich ihre Wahl und ihr Verhalten beobachten kann.
- Ich benutze Evaluationstools mit denen ich Aufschluss über individuelle Interessen oder Begabungen meiner Schulkinder erhalten kann und verändere dadurch meinen Untericht.
Am Kurs »Individualisieren - Taten statt Worte« erhalten die Kursteilnehmer ein KnowHow, wie sie herausfinden können, was individuell an ihren Schulkindern ist. Gemeinam werden erste Schritte erarbeitet, wie sie in ihrer Schulklasse mehr auf die Individualität eingehen können und wie individualisierender Unterricht sogar mit LehrerkollegInnen und mehreren altersdurchmischten Klassen durchgeführt werden kann. Es werden Evaluationstools zu den 8 Intelligenzen nach Howard Gardner und ein Kompetenzrastersystem mit dem der gesamte Schulstoff von der 1. - 9. Klasse individualisiert werden kann vorgestellt.
KontaktCaroline Märki - von Zeerleder
cmaerki@familylab.ch