Solange Lehrerinnen und Lehrer jedoch in den ihnen anvertrauten Kindern lediglich Schülerinnen und Schüler sehen, stehen zweierlei Konzepte im Weg, um sie »lesen« zu können: Das eine Konzept heist »Schüler«. Darin sind Normen verborgen, in welchem Alter ein Kind, welche Lerninhalte beherrschen müsste, Vorstellungen, wie ein Schüler sich klassendienlich verhalten muss, Ideen, was ein Schulkind erfolgreich macht oder es zum Verlierer werden lässt. Das zweite Konzept heisst »Lehrer«. Dahinter steckt die Vorstellung, dass ein guter Lehrer die Klasse im Griff hat, dass er die Klassenmehrheit zu den erforderten Lernzielen führt, dass er um die passenden Lernstrategien für alle Kinder verfügt und einen spannenden Unterricht abhält.
Erst, wenn es einer Lehrerin oder einem Lehrer jedoch gelingt seine Vorstellungen was er erreichen und sein muss und was seine Schülerinnen und Schüler sein müssen loszulassen, kann er / sie sich für die Wahrnehmung öffnen, nämlich als einfühlsamer Mensch, der einem anderen Menschen gegenübersteht.
Am Kurs „Kinder »lesen« lernen“ geht es darum zu erkennen, welche Vorstellungen mir den Blick versperren Kinder so wahr zu nehmen wie sie sich zeigen. Es werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt und Instrumente vorgestellt, wie ich besser wahrnehmen kann wer ein Kind ist, was es mag, was seine Leidenschaften und Stärken und seine Ängste und Sorgen sind. wertfreigeführte Standortgespräche, schülerzentrierte Wahlangebote sind zum Beispiel solche Instrumente.
Das Vermögen Kinder besser »lesen« zu können führt letztendlich zu einer besseren Beziehung, weil die Lehrperson aus der Wahrnehmung des Herzens und nicht aus der Optik des Lehrers das Kind statt den Schüler betrachtet. Das Kind fühlt sich ebenfalls besser, weil es sich wahrgenommen sieht und nicht für seine Integrität kämpfen muss.
Je nach Tiefegrad, kann dieser Kurs von einem Vortrag über zwei Stunden bis zu einem Seminar mit Selbsterfahrungsteilen von 1 - 2 Tagen angeboten werden.
KontaktCaroline Märki - von Zeerleder
cmaerki@familylab.ch