Unter kollegialer Reflexion versteht man eine strukturierte Arbeitssituation unter Berufskolleginnen und Berufskollegen. Die Ziele der kollegialen Reflexion bestehen darin, die Arbeit an der eigenen fachpersönlichen Entwicklung und Beziehungskompetenz möglich zu machen und das berufliche Selbstwertgefühl zu steigern.
Mit welchen Aspekten meines Arbeitslebens bringe ich mich ein? Wie schaffen wir eine gegenseitige Vertrauensbasis? Wo fühle ich mich von den Kollegen unterstützt und wo herausgefordert? Wie kann ich neue Sicherheit gewinnen?
Juul und Jensen schreiben dazu: „Kollegiale Reflexion braucht sich nicht ständig mit Problemen zu beschäftigen. Es erfüllt eine wichtige berufliche und psychohygienische Funktion wenn man in regelmäßigen Abständen ‚Erfolge’ vorstellt und analysiert. Gleichzeitig stellt sich die Herausforderung, auch auf problematisches professionelles Verhalten hinzuweisen und darüber zu diskutieren, denn bei Weitem nicht jedes problematische berufliche Verhalten hat persönliche Gründe, sondern kann auch an mangelndem beruflichen Wissen und fehlender beruflicher Einsicht liegen. Eine Analyse des Verhaltens wird das aufdecken. Diesen Aspekt zu klären, ist wichtig bevor man sich auf kollegiale Reflexion einlässt.“ (Juul/Jensen, 2004)
Aus diesem Grund sollte die Teilnahme an kollegialen Reflexionsgruppen, wenn möglich, freiwillig sein. Eine freiwillige Teilnahme ist die Grundlage für einen offenen Prozess, aus dem alle Teilnehmenden gestärkt und mit neuem Selbstbewusstsein hervorgehen.
KontaktCaroline Märki - von Zeerleder
cmaerki@familylab.ch