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Interview mit Jesper Juul

«Kinder brauchen Rückenwind von ihren Eltern»

Interview: Caroline Märki, Eveline Hartmann, Nik Niethammer
Übersetzung: Claudia LandoltLogo FritzFraenzi

Elternmagazin Fritz und Fränzi Dezember Ausgabe 2017

Herr Juul, für viele Eltern sind Sie Europas bedeutendster Pädagogen, eine Art Übervater der Erziehung. Wie fühlt sich das an?
Es ist nichts, was ich anstrebe. Als ich 1975 mit Familien zu arbeiten begann, hat niemand über Erziehungsmethoden gesprochen. Deshalb unterscheidet sich mein Ansatz auch von jenen der anderen Experten. Meine Gedanken entspringen der Ansicht, dass nicht ich, sondern die Millionen Mütter und Väter auf der Welt die besten Experten für ihre Kinder sind. Sie verdienen diesen Titel mehr als ich. 

Also all jene, die Ihren Rat suchen und Ihre Bücher kaufen.
Sie sind es, die täglich ihr Bestes geben. Genau deshalb interessieren mich die rein intellektuellen Debatten über Erziehung nicht. Wir sind alle grundverschieden. Wir sind von unserer eigenen Geschichte, von unserer Herkunftsfamilie, von Konventionen, Kultur und Gesellschaft beeinflusst. Stellen Sie eine Kamera in einer Familie auf und beobachten die Eltern, wenn sie jeweils alleine mit ihren Kindern sind. Sie werden staunen! Nicht einmal innerhalb der Familie ist man sich über Erziehung einig, selbst wenn man dieselben Wertvorstellungen hat und sich auf der gleichen intellektuellen Ebene befindet. Wie soll man da allgemeingültige Ratschläge geben?  

Man bezeichnet Sie auch als Familienflüsterer.
Diese Bezeichnung mag ich. Ich verstehe sie als ein Kompliment.

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